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Forschung und Migrationsrecht in Österreich

In Österreich wird Migrationsforschung in diversen Einrichtungen betrieben, unter anderem in Universitäten, Forschungszentren, internationalen Organisationen und Nicht-Regierungs-Organisationen. Daneben gibt es auch Forschungsaktivitäten in anderen Fachbereichen, die mit Migration zusammenhängen oder sich mit Migration überschneiden.

Nach einem Bericht der Kommission für Migration und Integrationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wurden im Zeitraum 2000 – 2010 über 3000 Forschungsarbeiten zum Thema Migration veröffentlicht. Darunter fallen über 1000 Artikel in Büchern, gut 800 akademische Qualifizierungsarbeiten (inkl. Diplom-, Magister-, und Masterarbeiten) und 600 Zeitschriftenartikel. Der allgemeine Trend ist aufsteigend.

Der mit Abstand am häufigsten behandelte Themenbereich innerhalb der Migrationsforschung war  in den letzten Jahren das Migrationsrecht; dabei wird dem Asylrecht eine besonders hohe Aufmerksamkeit gewidmet. Darüber hinaus wird aktiv zum Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht, zum Beschäftigungsrecht und zum Staatsbürgerschaftsrecht geforscht. Dazu kommen auch Forschungsarbeiten zum Einfluss vom Europäischen Recht auf österreichische Gesetze. Schwerpunkt dieser Forschungsarbeiten sind hauptsächlich die Interpretation von Gesetzestexten sowie deren Vereinbarkeit mit menschenrechtlichen bzw. völkerrechtlichen Standards.

Das österreichische Migrationsrecht ist entscheidend von europarechtlichen und völkerrechtlichen Vorgaben geprägt. Für die menschenrechtlichen Standards des Migrationsrechts sind in Österreich insbesondere die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechtecharta der EU relevant. Im Asylbereich nimmt die Genfer Flüchtlingskonvention eine zentrale Rolle ein. Die konkrete Ausgestaltung des Migrationsrechts in Österreich ist dann vor allem durch Verordnungen und Richtlinien der EU geprägt, die eine Harmonisierung der Rechtslage innerhalb der EU-Mitgliedstaaten beabsichtigen. Durch diese Rechtsinstrumente werden unter anderem die Zuständigkeit für Asylanträge, die Aufnahme von Asylsuchenden, das Asylverfahren und die Gewährung von internationalem Schutz, Fragen der Familienzusammenführung sowie die Zuwanderung von beispielsweise Studierenden, ForscherInnen und Hochqualifizierten oder auch die Vergabe von kurzfristigen Visa sowie Mobilitätsrechte innerhalb der EU geregelt.

Forscher in Österreich haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Arbeit in mehreren Konferenzen zu präsentieren. Beispiele hierfür sind die Jahrestagung Migrations- und Integrationsforschung in Österreich, organisiert von der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eine weitere wichtige Konferenz ist das Dialogforum der Fakultät für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems. Zudem gibt es eine Reihe an internationalen Tagungen und Konferenzen, wo österreichische Migrationsforscher auch regelmäßig vertreten sind und ihre Ergebnisse präsentieren.

 

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zu aktuellen Projekten:

Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk (EMN)